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Space Shuttle |
Aus einer Vielzahl von Entwürfen für einen Raumtransporter
wählte die NASA am 15. März 1972 jene Konstruktion aus, die in den folgenden Jahren
die Entwicklungsarbeiten bestimmte: einen mehrmals verwendbaren Orbiter, zwei teilweise
wieder verwendbare Feststoffbooster (RSRM) und einen nicht wieder verwendbaren Treibstoff-Außenbehälter
(External Tank), der drei Haupttriebwerke (SSME) speist, die im Shuttle integriert
sind und zusammen mit den beiden RSMU als Startstufe fungieren. Die Booster werden
nach Brennschluß in etwa 50 km Höhe von der Kombination abgetrennt und an Fallschirmen
zum Boden zurückgeholt. Der leere External Tank wird kurz vor Erreichen der Umlaufbahn
abgeworfen und fällt ungebremst zurück. Zum Erreichen der Umlaufbahn wird ein zweites
Triebwerkssystem (OMS) des Orbiters gezündet, das von Treibstofftanks im Orbiter
gespeist wird. Es ist wiederzündbar und dann für weitere Bahn- und Bremsmanöver
zuständig. Der bemannte Orbiter besteht aus einem Kabinenteil, einer Antriebssektion
und einer zu öffnenden Ladebucht (bay), die Nutzlasten bis max. 29,5 t für einen
Low Earth Orbit aufnehmen kann. Der flugfähige Orbiter ist für die Rückkehr zur
Erde an der Unterseite mit hitzebeständigem Material beschichtet (aufgeklebte feuerfeste
Kacheln).
Als Hauptauftragnehmer fungiert die Firma Rockwell International, die auch den Orbiter
entwickelte. Der External Tank stammt von Martin Marietta und die Feststoff-Booster
liefert Thiokol Chemical.
Orbiter
Die Zelle des Orbiters besteht im wesentlichen aus einer Aluminium-Legierung,
die durch eine besondere Beschichtung wärmeisoliert ist. Das Rumpfvorderteil enthält
wie bei einem Flugzeug die Besatzungsräume mit der Kommando- und Steuerzentrale
im Oberdeck sowie Aufenthaltsräume im Unterdeck. Im Normalfall besteht die Besatzung
aus drei Astronauten und vier Nutzlastspezialisten. Eine Schleuse ermöglicht
den Zugang zum nicht druckdichten Frachtraum im Rumpfmittelstück. Diese Sektion
von 18,29 m Länge und 4,57 m Durchmesser ist über die ganze Länge von zwei aufschwenkbaren
schalenförmigen Deckeln verschlossen. Sie werden in der Umlaufbahn geöffnet. Die
Nutzlasten sind für die Dauer des Fluges fest installiert oder werden mit einem
Manipulatorarm (RMS) bzw. einer Antriebseinheit ausgesetzt. Der RMS hat eine Länge
von 15,24 m. Das Rumpfhinterteil enthält die Triebwerksanlage. Sie besteht aus einem
Haupttriebwerk (SSME) und zwei Manövertriebwerken (OMS-1 und OMS-2) mit dazugehörigen
Treibstoffbehältern. Insgesamt 44 Steuertriebwerke (RCS) sind sowohl im Heck als
auch im Rumpfvorderteil installiert. Im Heck sind das Seitenleitwerk und das Pendelruder
angebracht. Die deltaförmigen Tragflächen am Rumpf besitzen ein kombiniertes Höhen-
und Querruder, das gleichfalls als Landeklappe wirkt. Die Wärmeisolierung besteht
aus mehr als 30.000 Siliziumkacheln von je 20x20 cm Größe und 2,5 cm Dicke. Diese
Schicht bedeckt 1.000 m2 Orbiterfläche, im wesentlichen an der Unterseite.
Der Orbiter hat eine Gesamtlänge von 37,25 m, eine Spannweite von 23,79 m und über
das Fahrwerk eine Höhe von 17,27 m. Der Rumpfdurchmesser beträgt 5,20 m.
Das Orbital Manoeuvring Subsystem (OMS) besteht aus zwei separaten Triebwerken LRC (Aerojet), die aus je zwei Tanks mit 4,087 t Monomethyl Hydrazin bzw. 6,743 t Nitrogen Tetroxide gespeist werden. Die Treibstoffmasse kann je nach Mission max. insgesamt 21,66 t (OMS-1 + OMS-2) betragen. Der Schub eines Triebwerks erreicht 26,7 kN. Der Treibstoff wird mit Helium-Druckgas transportiert. Die Brenndauer je Triebwerk beträgt minimal 485 sec, d.h. die Betankung für beide OMS ist dann mit insgesamt 8,88 t wesentlich niedriger als möglich (41%). Die RCS werden aus separaten mit der gleichen Treistoffkombination (insgesamt max. 3,35 t ) in separaten kugelförmigen Tanks in der gleichen Weise betrieben.
Das Gesamtgewicht eines Orbiters (STS 14; Discovery)
setzt sich etwa wie folgt zusammen:
inert mass (+engines) 77,565 t
personnel/accessories 3,733 t
propellant RCS
3,318 t
propellant OMS
14,272 t
payload
20,556 t
summary
119,444 t
Bisher wurden 5 Orbiter mit voneinander differierenden "empty masses" gebaut. Mit
Umbauten und noch nicht eingebauten Triebwerken ergeben sich folgende Massen:
Orbiter |
STS 1 - 25 | STS 26 - 40 | STS 41 - 65 | STS 66 - 113 | STS 114 >> |
Columbia |
70,464 t | 69,376 t | 67,264 t | >67, 264 | -- |
Challenger |
67,876 t | -- | |||
Discovery |
67,123 t | 68,684 t | ? | ||
Atlantis |
-- | 68,636 t | ? | ||
Endeavour |
-- | 68,586 t | ? |
External Tank (ET)
Der External Tank besteht aus einem oberen Liquid Oxygen Tank mit einem Volumen
von 596,28 m3 und einem unteren Liquid Hydrogen Tank mit einem Volumen von 1.631,23
m3, zusammengefügt durch einen Adapter (intertank). Die Länge der Tanks beträgt
15,04 bzw. 29,46 m, insgesamt 46,88 m bei einem Durchmesser von 8,41 m. Mit Zubehör
werden folgende Leermassen (inert masses) erreicht:
External Tank |
STS 1 - 5, 7 |
STS 6 - 25 |
STS 26 - 90, 94 |
STS 88, 95 - 135 |
ET-1 |
35,420 t |
- |
- |
- |
ET-2 |
- |
32,240 t |
- |
- |
LWET |
- |
- |
30,327 t |
- |
SLWET |
- |
- |
- |
26,922 t |
Die Gewichtseinsparungen erfolgten durch Einsatz von leichteren Materialien. Der super lightweight external tank (SLWET) besteht aus einer neuen leichteren Aluminium-Legierung mit 1% Lithium-Anteil.
Space
Shuttle Main Engine (SSME)
The LH2/LOX-fueled SSME is a reusable
high-performance rocket engine capable of operating at various thrust levels. Ignited
on the ground before launch, three SSME's operate in parallel with the SRB's during
the initial ascent. After the boosters separate, the main engines become the sole
propulsion element for the remainder of the ascent to orbit. The SSME's develop
thrust by using high-energy propellants in a staged combustion cycle. The propellants
are combusted partially In dual pre-burners to produce high-pressure hot gas to
drive the turbopumps. Combustion is completed in the main combustion chamber. The
cycle ensures maximum performance by reducing parasitic losses. The SSME can be
throttled over a thrust range of 67-104%, which provides for a high thrust level
during liftoff and the initial ascent phase but allows thrust to be reduced to limit
dynamic pressure in the Mach 1 region and acceleration to 3 g during the final ascent
phase. The engines are gimbaled to provide pitch, yaw, and roll control during the
orbiter boost phase. The SSME's have been undergoing a multistep upgrade program.
The new Block IIA SSME design was first used on all three engines during the STS-89
flight in 1998, after single upgraded engines had been tested on previous flights.
The Block IIA SSME's have a number of design modifications that result in larger
margins for improved safety and simplified manufacturing and maintenance. The Block-IIA
nozzle throat is 11% larger, resulting in a 18.6 bar (270 psia) decrease in chamber
pressure, which also reduces temperatures and turbopump shaft speeds. This modification
improves the engine reliability and lifetime, but resulted in a slight reduction
in specific impulse. To make up for this, the Block IIA operates at a 104.5% power
level, a slight increase from the 104% level used previously. The Block IIA engine
also includes modified low-pressure turbopumps, improved main injectors, and upgrades
for systems like sensors, controllers, and valves. Use of precision castings in
manufacturing and various design modifications reduces the number of parts and welds
required to assemble the engine. The Block-II engines are similar to the Block-IIA
with the addition of a Pratt & Whitney high pressure fuel turbopump (HPFT) that
enables the SSME to reliably operate at 109% power level.
Solid Rocket Motor (SRM)
Die beiden Booster machen 71,4% der Schubleistung des Systems beim Start aus.
Ein Booster ist aus 4 Segmenten "solid propellant PBAN" mit Stahlmantel zusammengesetzt.
Er ist 38,40 m lang (mit Nasenaufsatz 45,46 m) und hat einen Durchmesser von 3,71
m. Die Treibstoffmasse beträgt etwa 503 t. Der Brennstoff PBAN ist ein Mix von
ammonium perchlorate 69,83
% (oxidizer)
aluminium
16,00 % (fuel)
iron oxide
0,17 % (catalyst)
polymer
12,04 % (binder)
epoxy
1,96 %
Die SRM's waren einige Male durch Gewichtsreduktion und Schuberhöhung
optimiert worden. Beim RSRM (Redesigned Solid Rocket Motor) erfolgten auch
strukturelle Veränderungen.
Der Schub beträgt beim Start 14 946 kN (vac max). Der Abbrand eines Boosters ist
so geregelt, daß der Schub etwa 50 sec nach dem Start zwischenzeitlich auf 65% zurückgeführt
ist. Die Brenndauer beträgt insgesamt etwa 126 sec. Ab 110 sec Brenndauer geht der
Schub deutlich zurück. Die Ausströmdüse (nozzle) ist um 8 Grad schwenkbar und wird
elektronisch gesteuert. Beide Booster werden nach Brennschluß in etwa 45,7 km Höhe
vom ET getrennt:
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